EInladung zur "Pressekonferenz" am 20.01.2011

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Freien Radiosender Z (Nürnberg) und LoRa (München) fordern eine Änderung des bayerischen Mediengesetzes, um eine gesetzliche und finanzielle Grundlage für unkommerzielle Bürgermedien (Community Media) in Bayern zu schaffen

Zum Hintergrund: das Rundfunkrecht in Bayern unterscheidet bislang in öffentlich-rechtliche und private Radiosender. An unkommerzielle Community Media werden dabei die gleichen Anforderungen an die wirtschaftliche Tragfähigkeit gestellt wie an kommerziell arbeitende Medien – was auch ein Grund dafür ist, dass weitere Bürgermedien in Bayern bisher nicht entstehen konnten. Zu hoch sind die finanziellen Hürden, da es - anders als in anderen Bundesländern - weder eine gesetzliche Grundlage noch eine finanzielle Strukturförderung für Community Media-Projekte gibt, obwohl deren Förderung bereits bei der Reform des staatlichen Rundfunkmonopols vor über 20 Jahren vom Gesetzgeber empfohlen wurde.

Es ist an der Zeit, dass unkommerzielle Medien in Bayern rechtlich in einem eigenständigen, "dritten" Rundfunksektor anerkannt werden

Rückhalt kommt von EU-Rat und Europaparlament: unabhängig voneinander bescheinigen beide Gremien den zahlreichen europäischen Community Media-Projekten eine wichtige Rolle bei Integration und Gleichstellung und heben die Stärkung von Medienvielfalt, Medienkompetenz und Meinungsfreiheit als wesentliche, sozial nachhaltige und wertvolle Beiträge hervor. Community Media zielten mit ihrer Arbeit nicht auf Profit, sondern auf gesellschaftlichen Zugewinn ab, heißt es in der Erklärung des Europarats vom 11.02.2009, der die Mitgliedsstaaten zugleich auffordert, diese Medien zu fördern und zu unterstützen.

Die bisherige Praxis soll reformiert werden

Am Beispiel von Radio Z wird aufgezeigt, welch immense Leistungen erbracht werden müssen, um ein Community Radio zu organisieren und zu betreiben. Trotz Beiträgen und Spenden von 1.300 Mitgliedern und der ehrenamtlichen Arbeit von mehr als 200 RedakteurInnen ist die Finanzierung von medienpädagogischer Ausbildung, Verwaltung, Technik und redaktioneller Koordination Jahr für Jahr ein Balanceakt am Abgrund.

Unterstützung ist Radio Z bereits sicher

Abgeordnete verschiedener Parteien, die Landtagsfraktionen der SPD und Grünen, sowie die Städte Nürnberg und Fürth sagen ihre Unterstützung zu. Zitat aus dem Schreiben von Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Maly: "[…] Deshalb halte ich es für notwendig, nicht-kommerzielle Betreiber so genannter Community Radios besser strukturell zu fördern, als dies bislang in Bayern der Fall ist. Ohne eine angemessene Infrastruktur können Sender wie Radio Z sonst ihren vielfältigen Aufgaben nicht befriedigend nachkommen. […]"

Im Rahmen einer Pressekonferenz wollen wir Ihnen gerne die Kampagne vorstellen und weitere Argumente erläutern. Neben Radio Z-Vorständen und der Geschäftsführung stellen sich Ihnen die Soziologin Prof. Dr. Ingrid Artus (FAU Erlangen-Nürnberg) und Prof. Dr. Jeffrey Wimmer (TU Ilmenau) für Fragen zur Verfügung.

Wir hoffen, auch Ihr Interesse an diesem umfangreichen Thema geweckt zu haben und freuen uns, Sie als TeilnehmerIn auf unserer Pressekonferenz am 20.01.2011 begrüßen zu dürfen!

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung Syl Glawion und Manuela Macher Tel: 0911 – 45 00 633 oder per mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!