Sonderpreis in Sachen Integrationspolitik für Z-International-Redaktionen

Beim bayerischen Sozialministerium ist es angekommen: Community Medien sind in Sachen interkultureller Arbeit besonders nachhaltig. Am 10.06. konnte Z-Vorstand Ali Sahverdi für 14 internationale Redaktionen einen Sonderpreis "Nachhaltigkeit" des bayerischen Integrationspreises von Sozialministerin Christine Haderthauer entgegennehmen.

Dabei nutzte Sahverdi, der in den 80er Jahren Radio Z mitinitiiert hatte, die Gelegenheit, die anwesenden PolitikerInnen zu mahnen, auch ihrerseits für Nachhaltigkeit zu sorgen: Community Media in Bayern sollen gesetzlich verankert und ihre Existenz auch finanziell sicher gestellt werden, sagte er dem Publikum im Regensburger Rathaussaal.

Internationale Sendungen bieten seit Gründung von Radio Z 2-sprachig Programme für ihre Communities an. Lokales Leben, Informationen aus den Herkunftsländern, kritische Berichterstattung über deutsche Politik, Musik und Kultur sind die Inhalte. Präsentiert wird das alles jenseits einer Folklore-Sicht, die noch bis vor wenigen Jahren fast auschließlich in den großen Medien vorherrschte. Daher waren die Sendungen von jeher auch attraktiv für ein deutschsprachiges Publikum.

Einzigartig steht Radio Z in Bayern damit nicht da. Schließlich hat Radio LORA in München ein Programm mit identischem Ansatz und von ähnlichem Umfang. Auch für die Freien Radios in anderen Bundesländern oder im benachbarten Österreich sind solche Sendungen eine Selbstverständlichkeit. Der einzige Unterschied: Eine existenzsichernde Grundfinanzierung, die in Bayern noch nicht vorgesehen ist.

Um so erfreulicher, dass sich mit Christine Haderthauer erstmals ein Mitglied der bayerischen Staatsregierung zu der Forderung der Kampagne "Medienvielfalt für Bayern" nach einer Basisförderung positiv geäußert hat. Einer Vertreterin von Radio Z versprach sie eine wohlwollende Prüfung unserer Sache.

Ein großer Tropfen auf dem heißen Stein sind für das Nürnberger Community Radio auch die 1000 Euro mit denen der Sonderpreis dotiert ist. Anfang des Jahres musste der Sender erhebliche Kürzungen der Programmförderung hinnehmen, da für diese nur direkte Kosten für die Herstellung von Programmen relevant ist, nicht aber die Personal-Struktur, die die ehrenamtliche Arbeit der Community-Broadcaster erst ermöglicht.

Die Besonderheit der Nürnberger und Münchener Programmangebote von "Menschen mit Migrationshintergrund" ist aber eben, dass diese selbstbestimmt, kritisch und mit großem Selbstbewußtsein in den direkten Dialog mit ihrem Publikum und damit auch mit der Mehrheitsgesellschaft treten und die Vermittlung durch professionelle MedienarbeiterInnen gar nicht erst benötigen.

Herzlichen Glückwunsch an Z-International für die wohlverdiente Auszeichnung.