Argumente

Medienvielfalt

In seinem "3. Rundfunkurteil" von 1981, das neben dem öffentlich-rechtlichen auch den privaten Rundfunk ermöglichte,  beauftragt das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber, sicherzustellen, dass die Vielfalt der bestehenden Meinungen im Rundfunk in größtmöglicher Breite und Vollständigkeit zum Ausdruck komme und dadurch dem Rezipienten eine umfassende Versorgung mit Information geboten werde. Im Gesamtangebot sämtlicher inländischer Programme müssten alle gesellschaftlich relevanten Kräfte zu Wort kommen.

Die Community Radios stärken die geforderte Vielfalt. Im Gegensatz zu marktorientierten Privatradios, erteilen sie auch Minderheiten das Wort.

Zusammenhalt gesellschaftlicher Gruppen und Integration

Community Medien helfen, die Identität gesellschaftlicher Gruppen zu stärken, während sie gleichzeitig ihre Mitglieder dabei unterstützen, mit anderen gesellschaftlichen Gruppen zu kommunizieren. Daher spielen Community Media  eine Schlüsselrolle bei der Förderung von Toleranz und Pluralismus in der Gesellschaft.

Medienkompetenz

Community Media fördern die Medienkompetenz der BürgerInnen. Durch die eigene Praxis entschleiern die aktiven JournalistInnen den Prozess der Medienproduktion. Dafür werden auch Menschen aktiviert, die von Bildungseinrichtungen nicht erreicht werden.

Qualifikation und Ausbildung

Community Media bieten Menschen, die sich für Berufe in den Medien interessieren Ausbildungsmöglichkeiten mit niedriger Schwelle an. So werden zahlreiche Praktika in den Radios absolviert und dauerhaftes Engagement ebnet den Weg in den Beruf.

Daneben existiert meist ein breites Angebot an Workshops, die kostenlos oder gegen geringes Entgelt in Anspruch genommen werden können.

Kreativität und Innovation

Community Media fördern Kreativität und Innovation. Sie stellen sich Kulturschaffenden als Plattform zur Verfügung, um neue Ideen und Konzepte vor einem Publikum zu erproben.

Sie ermöglichen experimentelle Praktiken, die vom speziellen Hörerkreis der Community Medien toleriert und begrüßt werden, während auf den Markt orientierte Medien um Einschaltquoten fürchten müssten.

Dem Wesen nach nah am Publikum

"Community-Medien (sind) per Definition und ihrem Wesen nach nah an ihrem Publikum (..), (erfüllen) viele gesellschaftliche Bedürfnisse und Funktionen (..), die weder gewerbliche noch öffentlich-rechtliche Medien abdecken oder voll und angemessen übernehmen können"

(Erklärung des Ministerkomitees zur Rolle der Medien bei der Förderung des sozialen Zusammenhalts und des interkulturellen Dialogs)