Community Medien in Bayern anerkennen
Mit seiner Erklärung vom 11.02.2009 „zur Rolle der Medien bei der Förderung des sozialen Zusammenhalts und des interkulturellen Dialogs“ erkennt das Ministerkomitee des Europarats zu Recht Community Media als „eigenständige Medien neben den öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Medien“ an. Sie erfüllen „viele Bedürfnisse und Funktionen, die weder gewerbliche noch öffentlich-rechtliche Medien abdecken oder voll und angemessen übernehmen können“, "leisten einen Beitrag zur Medienvielfalt" und "fördern den Informationszugang für unterrepräsentierte oder ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen, deren Möglichkeiten der Meinungsäußerung und ihre Teilnahme an Entscheidungsprozessen", heißt es dort u. a. zur Begründung.
Die Mitgliedsstaaten werden vom Ministerkomitee aufgefordert zu prüfen, "wie die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden können, die die Anerkennung und die Entwicklung von Community Medien und die ordnungsgemäße Erfüllung ihrer sozialen Funktionen ermöglichen würden."
Das bayerische Landesmediengesetz sieht eine eigenständige Rolle von Community Medien und eine entsprechende Förderung bisher nicht vor. So konnten Community Radios bisher nur in den beiden größten Städten München (Radio Lora) und Nürnberg (Radio Z) entstehen. Auch diese beiden Projekte benötigen dringend Mittel für Personal zur Ausbildung, Koordination und zur Unterstützung journalistisch intensiver Bereiche.
Wir fordern daher die Bereitstellung von Mitteln zur Strukturförderung für Community Medien und die Überprüfung der bestehenden gesetzlichen Regelungen.
Wir bitten Dich:
- Unterstütze unser Anliegen (Online unterzeichnen)
- Helfe mit, den gesellschaftlichen Mehrwert gemeinnütziger Bürger- und Alternativmedien bekannter zu machen
- Fordere Deine Abgeordneten im bayerischen Landtag auf, sich für die Neugestaltung der Regelungen für Community Media einzusetzen
Warum brauchen wir Community Media
"Sofern die Zukunft der Gesellschaften von der aktiven Beteiligung informierter und medienkompetenter BürgerInnen abhängt, können die Community Media eine maßgebliche Rolle dabei spielen, diese Zukunft möglich zu machen.“
Zu diesem Schluß kommt eine EU-Studie, durchgeführt von KEA Europan Affairs. Die Studie nennt unter anderem die folgenden Beiträge, die Community Media leisten:
- Beiträge zum Medienpluralismus und zur Medienvielfalt
- Die Stärkung des Zusammenhalts innerhalb gesellschaftlicher Gruppen
- Integration und Empowerment auf lokaler Ebene
- Förderung der Medienkompetenz, Qualifikation und Ausbildung
- Die Förderung von kreativem und innovativem Potenzial vor Ort
- Die Stärkung gesellschaftlicher Minderheiten und Beiträge zur Überwindung von Diskriminierungen
- Beiträge zur Meinungs- und Kommunikationsfreiheit
Wer unterstützt das?
Neben den zahlreichen UnterzeichnerInnen des Aufrufs haben uns bisher die folgenden Personen des öffentlichen Lebens und Organsiationen mitgeteilt, dass sie unser Ziel unterstützen:
- Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und die Stadt Nürnberg
- Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung und die Stadt Fürth
- Christine Stahl – B90/Die Grünen, Vizepräsidentin des bayerischen Landtags
- Die SPD Fraktion im bayerischen Landtag
- Bündnis 90/die Grünen im Landtag
- Grüne Liste Erlangen
- Bund Naturschutz Bayern
- Nürnberger Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
- Freie Wähler Landtagsfraktion
- Oberbürgermeister Siegfried Balleis und die Stadt Erlangen
Als Einzelperson unterstützt der Fürther Kabarettist Matthias Egersdörfer die Kampagne "Medienvielfalt für Bayern", der sich Radio Z eng verbunden fühlt, und dem Sender zum 20. Geburtstag eine Hommage nach seiner Art widmete: "Du riechst nicht nach Chanel Nº 5, mein Radio Z.
Für den wissenschaftlichen Beistand bedanken wir uns bei Prof. Dr. Ingrid Artus und Prof. Dr. Jeffrey Wimmer.
Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie als Organisation oder Person die Kampagne unterstützen möchten. Sie sind herzlich willkommen.








